9. Useletter – Wir anstatt Ich-Botschaften

Guten Morgen liebe Leser,

im Laufe Ihres Berufslebens haben Sie sicher schon eine Sammlung an Trainings zu den Themen Kommunikation, Leadership oder Feedback durchlaufen. Daher dürfte es Ihnen nichts Neues sein, dass „Ich-Botschaften“ ein wichtiges Instrument in der Kommunikation sind, um Botschaften wertschätzend und klar zu transportieren.
Aber wussten Sie auch schon, dass „Wir-Botschaften“ in einigen Fällen die bei Weitem kraftvollere Methode ist?

Mein heutiger Tipp: Verwenden Sie Wir-Botschaften, um Menschen auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören

Stellen Sie sich kurz mal vor, Sie sitzen in einem Teammeeting und es wird gerade ein aktuelles Projekt besprochen. Vielleicht stellen Sie sich tatsächlich Ihr eigenes Team vor – und da ist es egal, ob es ein Team von Experten oder Vorstandskollegen ist. Wie würden Sie bei den folgenden Sätzen des Leiters reagieren?

„Gemeinsam können wir diese Herausforderungen schaffen. Wir haben uns dieses Ziel vorgenommen und nun werden wir auch zusammen die Schwierigkeiten meistern.“
oder
„Ich will diese Herausforderung schaffen und Ihr wollt das sicher aus. Ihr habt Euch auf dieses Ziel committed und nun gilt es, die Schwierigkeiten zu meistern.“

Welcher der beiden Sätze erzeugt mehr Druck? Welcher Satz erzeugt mehr das Gefühl von Gemeinsamkeit und positiv konstruktiver Stimmung? Ich gebe zu, die letzte Frage war rhetorisch …

Immer, wenn es Ihnen wichtig ist, an das Team-Gefühl zu appellieren, sollten Sie „Wir“-Formulierungen verwenden. Das Wort „Wir“ ist ein verbindendes Element zwischen dem Sprecher und den Zuhörern. Es suggeriert, dass beide Parteien eine Einheit sind und das es beides braucht, um etwas zu schaffen. Besonders in motivierenden Botschaften, bei denen Sie vor größerem Publikum stehen, sollte Sie stets das Wörtchen „Wir“ mit sich führen.

Aufgepasst, „Wir“ ist nicht angesagt für alle Zwecke. Möchten Sie Einzelpersonen an Ihre Verantwortung erinnern, z.B. bei Schwierigkeiten im Projektverlauf, dann eignet sich das Trennen von Ich- und Du-Botschaften sehr.

Aber wenn Sie gerade zu Beginn eines Projekts viele „Wir“-Botschaften verwenden tun sie schon sehr viel, um Schwierigkeiten im Projektverlauf im Vorfeld zu reduzieren.

Viel Erfolg und bis bald wieder auf diesem Kanal !
Herzlichst, Ihr
Hanno Poggemöller

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