10. Useletter – Sie sollten Firmisch sprechen

Liebe Leser,

haben Sie schon einmal ergründet, warum Sie durch manche Präsentationen wirklich „erreicht“ werden und durch manche nicht? Viele verschiedene Faktoren machen eine gute Präsentation aus und einen haben Sie als Präsentator selbst in der Hand.

Daher mein heutiger Tipp: Sprechen Sie die Sprache Ihres Publikums

Ganz einfach, sagen Sie? Nicht immer. Denn ich meine damit nicht „Deutsch“ oder „Englisch“. Sie sollten „Firmisch“ sprechen.
„Firmisch“ ist die spezielle Firmen-Sprache, die in jeder Firma und sogar in jeder Abteilung anders sein kann. „Firmisch“ ist wie ein Dialekt der deutschen Sprache. Es gibt spezielle Abkürzungen (die außerhalb der Firma niemand kennt), Fachbegriffe, Anekdoten und Begriffe für die Selbstverständlichkeiten vor Ort. Beispiel für Letzteres gefällig? Welche der Begriffe für eine „regelmäßig anberaumte Besprechung“ gibt es in Ihrer Firma: Weekly, Jour-Fix, Routine, Reviews, Status Updates…?

Und nun stellen Sie sich einmal vor, Sie sitzen in einer Präsentation und der Referent sagt: „Das erleben Sie in Ihren Weekly’s sicher auch, oder?“
Wenn „Weekly“ genau der Begriff ist, der Ihrem „Firmisch“ entspricht, dann entsteht eine Verbindung zwischen Präsentator und Publikum. Wenn bei Ihnen „Weekly“ eben nicht passt, dann kann Irritation entstehen. Und nach mehreren Irritationen reißt die Verbindung zwischen Zuhörer und Präsentator ab.

Und dies gilt für alle Arten von Präsentationen: Ob als Führungskraft vor seinem Team, bei geschäftlichen Kontakten, als Professor an der Uni, als Vater vor seinem Kind oder als Politiker vor den Bürgern.

Interesse „Firmisch“ zu lernen? Es geht ganz einfach…

1) Informieren
Wenn Sie in Ihrer eigenen Firma bei einer anderen Abteilung präsentieren, schauen Sie mal kurz ins Intranet. Da finden Sie Begriffe und Abkürzungen des dortigen „Firmisch“.
Erinnern Sie sich an Präsentationen entsprechender Kollegen der Abteilung? An welche Ausdrücke, Redewendungen, Anekdoten denken Sie?
Fragen Sie Kollegen, die diese Abteilung gut kennen.
2) Integrieren
Platzieren Sie entsprechende Begriffe, Anekdoten und Redewendungen. Doch nicht auf Teufel-Komm-Raus. Verwässern Sie den Inhalt nicht.
3) Aufmerksam sein
Achten Sie beim Präsentieren darauf, auf welche „firmischen“ Ausdrücke Ihr Publikum „anspringt“. Das sehen Sie an leichtem Nicken, Schmunzeln oder wenn sich auf einmal zwei Nachbarn kurz unterhalten.
Das was funktioniert, gerne wieder verwenden.
Mit etwas richtigem „Firmisch“ bauen Sie eine Verbindung zu Ihren Gesprächspartnern auf. Diese denken bei „gleichem Firmisch“ nämlich: „Ah, der versteht uns!“ Und mit solchen Menschen möchte man natürlich gerne zu tun haben.

Viel Erfolg beim Sprachenlernen…

Ganz herzlich, Ihr
Hanno Poggemöller

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