13. Useletter – Persönlich schlägt Telefon schlägt E-Mail

Guten Tag lieber Leser,

vor einigen Tagen habe ich einen Vortrag vor sehr erfahrenen Managern gehalten. Es ging um das Thema verbindende Kommunikation und Konflikte. In der anschließenden Diskussion sagte ein Teilnehmer: „Sind nicht sehr viele Konflikte heutzutage darauf zurückzuführen, dass wir nur noch E-Mails schreiben?“ Und alle im Raum waren sich einig: Jaaaaa!

Schauen wir kurz hinter die Kulissen. E-Mails haben vermeintlich einige Vorteile: Man kann sie in Ruhe überlegen und formulieren, der andere kann keine unmittelbaren Wiederworte geben und Sachverhalte können per E-Mail dokumentiert werden. E-Mails schreiben kann sehr schnell gehen. Außerdem kann man sie schreiben und lesen wann man will.

So viel zu einigen der Vorteile. Gleichzeitig (ja, jetzt dürfen Sie schmunzeln) wissen Sie aus eigener Erfahrung, dass E-Mails häufig nicht mit derselben Konzentration gelesen werden, mit der sie geschrieben werden.

Und das wichtigste Argument gegen E-Mail ist das folgende: Man kann sich dahinter verstecken! Und das tun manche Menschen dann, wenn es Konflikte gibt oder Positionen unklar sind. Man geht dem direkten Kontakt aus dem Weg und schreibt lieber eine E-Mail. Und wenn man selbst Ärger verspürt, formuliert man dies häufig – ohne es absichtlich tun zu wollen – zwischen den Zeilen in der E-Mail. Sobald Positionen also noch nicht klar sind, sind Missverständnisse häufig vorprogrammiert. Ergo – Konflikte und verschiedene Positionen kann man in aller Regel nicht per E-Mail klären.

Mein Tipp heute: Persönlich schlägt Telefon, schlägt E-Mail 

Am besten persönlich. Sitzt ein Kollege nur  zwei Minuten Fußweg entfernt, gehen Sie bitte zu ihm hinüber. Diese Zeit ist sinnvoller investiert als das Grübeln über die richtigen Formulierungen in der E-Mail. Wenn der persönliche Kontakt nicht umgehend möglich ist, greifen Sie zum Telefon. Auch das ist noch besser als E-Mail. Und in Zeiten umfassender Telefonflatrates auch günstig.
Und als letztes Mittel kommt die E-Mail. Aber hier noch ein Extra-Tipp: Wenn Sie eine E-Mail im Ärger schreiben, senden Sie diese nicht sofort ab. Schlafen Sie eine Nacht darüber und schauen Sie sich die Mail am nächsten Morgen nochmal an. Vermutlich werden Sie noch einige Sätze ändern und den Ärger etwas „rausformulieren“.

Viel Erfolg bei Ihrem nächsten persönlichen Gespräch.

Ihr
Hanno Poggemöller

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