18. Useletter: So verändern Sie etwas in Ihrer Firma

Liebe Leser,

es gibt unzählige Bücher, Theorien, Artikel und Weisheiten über Change Management. Viel Stoff für Sie, wenn Sie alles lesen und erfahren möchten.

Heute möchte ich es Ihnen leicht machen. Nach meiner Erfahrung sind es immer wieder ein paar wenige, aber dafür sehr wesentliche Aspekte, die für das Gelingen von Change Management eine maßgebliche Rolle spielen. Übrigens: Wir bei der Poggemöller GmbH verstehen darunter die gezielte Beeinflussung von Verhalten der Menschen in Firmen. Es geht uns also immer um die Menschen – und Ihnen sicher häufig auch.

Aber jetzt geht’s los.

Tipp Nr. 1 – Legen Sie das Ziel klar fest
Was soll anders werden? Definieren Sie es genau und präzise. Keine Plattitüden. Scheuen Sie keine unangenehmen Wahrheiten. „Wir müssen, wollen und werden 25% Kosten einsparen, sonst sind wir in einem Jahr vermutlich nicht mehr da“, ist besser als „Wir wollen effizienter werden, um uns im dynamischen Wettbewerb zu behaupten“.

Tipp Nr. 2 – Überprüfen Sie den Willen
Wollen Sie das Ziel wirklich erreichen? Haben Sie Kraft und Power dazu? Es wird nämlich massiv Wiederstand geben, egal wie sinnvoll und aus Ihrer Sicht logisch das Ziel ist. Immer dann, wenn Menschen etwas zu verlieren haben oder es zu Verhaltensänderungen kommt, gibt es irgendwo Widerstand. Das ist ganz natürlich und das ist auch gut so. Damit müssen Sie umgehen wollen.
Wenn Sie in der Rolle des sogenannten Change Managers sind, sollten Sie unbedingt Folgendes checken: Will die Führungsmannschaft diesen Change wirklich? Oder wird nur etwas durchgewunken, weil es z.B. das Headquarter möchte?

Tipp Nr. 3 – Den berühmten „Aufbruch erzeugen“
Ja, es braucht einen klaren Startschuss: eine Rede, eine entsprechende Kommunikation, ein Event, ein Erklären des „Warums“. Und natürlich auch ein Erklären des „Was“ und des „Wies“. Seien Sie dabei Ihrer Mannschaft gegenüber so ehrlich wie möglich.

Tipp Nr. 4 – Planen Sie zielführende Maßnahmen
Wenn etwas anders werden soll, muss etwas anders werden. Planen und beginnen Sie mit Änderungen, die auf das Ziel einzahlen. Um bei oben genanntem Beispiel zu bleiben: Wenn eine Firma unter Kostendruck steht, sollten dies alle Mitarbeiter spüren: Keine Farbkopien mehr, keine wöchentliche Obstkiste, keinen Kaffee umsonst. Das sind zwar auf der Kostenseite die sog. Peanuts, aber so spüren die Mitarbeiter sehr schnell, was die Stunde geschlagen hat.
Denken Sie hier auch daran, möglichst schnell Low Hanging Fruits zu erzeugen.

Tipp Nr. 5 – Setzen Sie Lob und Tadel richtig ein
Verhalten Ihrer Mannschaft, das dem Ziel entspricht, sollte gelobt werden. Von Ihnen als Initiator des Wandels, von den beteiligten Führungskräften, von Kollegen, als Artikel in Ihrem Intranet, etc. Wiederholung schadet an dieser Stelle nicht, im Gegenteil. Dagegen sollte Verhalten, das nicht dem Ziel entspricht, konsequent konfrontiert werden.
Sie wissen, dass ein Fisch immer vom Kopf stinkt – daher wissen Sie auch, dass Sie mit gutem Beispiel vorangehen müssen. Dies kann eine enorme Wirkung haben.

Tipp Nr. 6 – Bleiben Sie dran … und bleiben Sie dran
Die anfängliche Energie vergeht in der Regel. Führungskräfte und Change Manager müssen dran bleiben: Nach Fortschritt fragen, weiter konsequent loben, sich einbringen, Zeit für das Thema haben, eigenes Herzblut zeigen, mit gutem Beispiel vorangehen, die Bedeutung des Wandels betonen. Dieser Prozess des Dranbleibens sollte nicht enden. Wenn er endet, endet auch Ihr Wandelprozess.

Tipp Nr. 7 – Feiern bei Erfolg und „Stop“ sagen bei Misserfolg
Feiern Sie Erfolge. Das wird häufig vergessen. Und es braucht nicht immer die große Party sein. Kleine Gesten haben häufig eine größere Wirkung.
Und wenn ein Projekt mal nicht funktioniert hat, dann stoppen Sie es mit Begründung. Nicht einfach auslaufen lassen – das merken sich Mitarbeiter und diese werden bei der nächsten Projektankündigung schon sehr skeptisch blicken.

So, dies in aller Kürze. Ich hoffe, Sie haben ein paar Ideen für sich entdeckt. Kommen Sie bei Fragen gerne auf mich zurück.

Herzliche Grüße

Hanno Poggemöller

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