23. Useletter: Ich sag’s persönlich

Liebe Leser,

von machen Menschen bleiben bestimmte Sätze im Kopf der Zuhörer hängen. Über Jahre hinweg. Warum ist das so?

Machen wir doch zunächst einen Test. Welcher Satz fällt Ihnen z.B. bei Klaus Wowereit, ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin, ein? …. Ist es nicht: „Ich bin schwul, und das ist auch gut so.“?

Zumindest ist dies der Satz, der damals für Furore sorgte. Warum? Weil vermutlich einerseits die Bekanntgabe seiner Homosexualität etwas Besonderes war, und das auch noch in einer offiziellen Parteitagsrede. Aber vor allem auch, weil die Aussage so persönlich war. Ursprünglich wollte Herr Wowereit übrigens so etwas sagen wie: „Ich bin schwul, und dafür muss ich mich nicht entschuldigen.“
Der dann tatsächlich gesagte und sehr selbstbewusste Satz ist ihm nach eigenen Worten so rausgerutscht. Weil es ihm in dem Moment sein Anliegen war und weil offenkundig für ihn persönlich eine wichtige Wahrheit dahintersteckt.

Was heißt das jetzt für uns?

Mein Tipp für Sie:
Würzen Sie Ihre Reden (und auch Moderationen) mit klaren persönlichen Worten. Würzen Sie den Vortrag mit Ihrer Persönlichkeit, persönlichen Botschaften und machen Sie sich damit nahbar. Denn Zuhörer wollen ihre Führungskräfte auch als Menschen erleben. Und Sie können sicher sein, dass persönliche Botschaften bei den Zuhörern hängen bleiben. So kann eine Gruppe von Menschen „bewegt“ werden.

Und ich behaupte, dass das bei fast allen Themen geht.

  • Rede zum Team-Kick Off – Was möchten Sie ganz persönlich mit dem Team erreichen? Was würde Sie persönlich stolz machen?
  • Rede über Feedback von Kunden – Was ging in Ihnen persönlich vor, als der Kunde Ihnen das Feedback gegeben hat?
  • Strategische Ausrichtung der Firma? – Was sind Ihre ganz persönlichen Erfahrungen, die Sie dazu bringen sicher zu sein, dass genau diese Strategie die Richtige ist?

Häufig höre ich: „Nein, ich kann es nicht persönlich machen, wir sind doch im professionellen Business-Kontext. Da gehört das nicht hin.“ – Meine Antwort darauf lautet: „Gerade weil wir im Business Kontext sind und es wichtig ist, sollten Sie es persönlich machen. Denn dann bleibt die Nachricht hängen. Und genau das ist Ihr Auftrag.“

Und so finden Sie ein persönliches Element, das Sie in eine Rede „einplanen“ können.

  • Was denken Sie persönlich zu Ihrem Präsentationsthema?
  • Wo ist Ihr ganz persönlicher Bezug zum Präsentationsthema? Wo haben Sie eine Anekdote, eine Geschichte oder eine ganz persönliche Meinung?
  • Wo denken Sie ganz anders, als die meisten? (Menschen interessiert das!)

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren.

Herzliche Grüße,
und bis zum nächsten Mal

Ihr Hanno Poggemöller

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