27. Useletter: Neutralität in der Moderation – sonst haben Sie verloren

Liebe Leser,

vermutlich haben viele Leser dieses Useletters auch schon mal einen Workshop oder eine Arbeitsgruppe in einem Workshop moderiert. Kein Wunder, denn in firmeninternen Workshops und Events kommen die Moderatoren zu 80% aus dem Unternehmen selbst. Das ist natürlich effizient, aber es hat seine Tücken.

Wenn Sie zu einem Workshop eingeladen sind, dann haben Sie vermutlich direkt etwas mit dem entsprechenden Arbeitsthema zu tun. Sie haben zu vielen inhaltlichen Aspekten eine Meinung und genau das kann für Sie herausfordernd werden.

Der Moderator hat aus seiner Rolle heraus vollkommen neutral zu sein, denn der Moderator vertritt die Interessen der Gruppe – und nicht seine eigenen. Falls der Moderator dann seine eigene Meinung einbringt und die Macht des Moderators missbraucht um seine eigenen Ziele zu erreichen, dann wird es Widerstand in der Gruppe geben.

Wie kann man diesem Dilemma entkommen? Das ist gar nicht so schwer.

Mein Tipp: Sprechen Sie aktiv an, aus welcher Rolle heraus Sie gerade agieren.

Sagen Sie, wenn Sie als Moderator agieren und damit inhaltlich neutral und der Gruppe als Ganzes verpflichtet sind. Die Leute werden dann Ihrer Führung vertrauen.

Und wenn Sie einen inhaltlichen Beitrag machen wollen, machen Sie dies auch kenntlich: „Ich werde jetzt auch einen inhaltlichen Aspekte beitragen und kurz aus der Moderatorenrollen rausgehen und zwar …“.

Bei mir kommt es auch oft vor, dass ich eine Gruppe moderiere und gleichzeitig eine Rolle als Berater habe. Ich löse das meistens so, dass ich beim Moderieren stehe. Und wenn ich dann inhaltlich etwas beitragen möchte, setze ich mich zu den Teilnehmern. Das klingt für Sie vielleicht etwas merkwürdig, aber es funktioniert.

Viel Spaß beim Anwenden wünscht Ihnen Ihr

Hanno Poggemöller

28. Useletter: Was ist Ihre Ziel-Emotion ? Meeting moderieren: 3 Tipps für den Moderator