29. Useletter- Lernen von den Trump Effekten

Hallo lieber Leser,

ich bin mir sicher, Sie sind auch schon ein bisschen Trump-müde. Es lässt sich ja kaum ein Nachrichtenportal öffnen an dem die Trump-News nicht die täglichen Headlines dominieren. Aber neben den unsäglichen politischen Auswirkungen hat das Ganze auch etwas Gutes: Wir können davon lernen. Und vor allem Führungskräfte können das tun.

Folgende Trump-Erkenntnis können Sie sich zur Motivation Ihrer Teams zu Nutze machen: Ein gemeinsamer Feind schweißt zusammen.

Es braucht eines von drei Dingen, um ein Team zu motivieren: ein gemeinsames großes Ziel, eine charismatische Leitfigur oder – und jetzt kommt’s –  einen gemeinsamen Feind. Und genau das ist Trump für viele.

Erinnern Sie sich an den Women’s March am Tag nach der Inauguration? Hispanos, Schwarze, Weiße, Schwule, Heteros, Bekannte, Unbekannte, usw. haben gemeinsam demonstriert. Alle in Eintracht und so gut wie ohne Krawall. Mein Nachbar war in Washington dabei und ist mitmarschiert. Und er hat mir auch von der friedlichen und gemeinsamen Atmosphäre dieser großen Menschenmenge erzählt.

Das gemeinsame Interesse, das Trump sich entweder in seinem Verhalten radikal ändert oder auf wundersame Weise von der Bildfläche verschwindet, hat diese vollkommen verschiedenen Menschengruppen vereint. Es gibt sicher viele Dinge, bei denen sich die Teilnehmer des Women’s March überhaupt nicht einig sind, doch das Interesse, sich gegen Donald Trump zu stellen, sorgt für ein Gemeinschaftsgefühl und schweißt zusammen.

Gerade heute las ich wieder einen Artikel, dass der Widerstand gegen Trump sich zu organisieren beginnt. Und ich bin mir sicher, dass in den nächsten Wochen und Monaten Gruppen und Personen „Bündnisse“ miteinander eingehen, die es sich vor sechs Monaten noch nicht haben vorstellen können.

Die Erkenntnis, dass ein gemeinsamer Feind unterschiedlichste Gruppen mit unterschiedlichen Interessen zusammenschweißen kann, können Sie sich zu Nutze machen. Es ist tatsächlich ein Mittel, um Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören: Welchen Wettbewerber gilt es gemeinsam zu „besiegen“? Welchen Missstand gilt es gemeinsam in der Welt zu verändern?

Ob Sie dieses Instrument benutzen hängt sicher auch von der entsprechenden Unternehmenskultur und auch von Ihnen persönlich ab. Ich werde Ihnen nicht raten, dass Sie es in jedem Fall machen sollen. Ich möchte Sie nur dazu ermuntern diese Möglichkeit zu prüfen. Wenn Sie es kraftvoll einsetzen, wird es Wirkung zeigen.

Meine Idee für Führungskräfte: Suchen Sie sich einen „Gegner“, der außerhalb Ihres Unternehmens ist und benennen Sie ihn klar und emotional – das schweißt Ihre Mannschaft zusammen.

Herzliche Grüße und viel Spaß beim Denken wünscht Ihnen,

Ihr Hanno Poggemöller

30. Useletter- Lernen von Amazon – work hard, have fun and make history Lernen vom US-Präsidenten: Sind wir nicht auch ein bisschen Trump?