6. Useletter Doppelpack – Lieber Lösungen als Probleme

Liebe Leser,
nach einem Ausflug in die Online-Welt des Facebook werden wir uns in diesem Useletter einem uralten Prinzip widmen, dass leider im geschäftlichen Alltag sowie in der Arbeit mit Gruppen und Teams allzu häufig keine Beachtung findet. Daher ist es mir wichtig Ihnen alles dafür Notwendige zu schreiben – erlauben Sie mir heute 2 Tipps und ein paar Zeilen mehr als üblich.

Denken Sie mal an Ihre letzten Workshops und Teammeetings zurück. Häufig, wenn es sich nicht um Regeltermine handelt, finden diese aufgrund außergewöhnlicher Anlässe statt: es braucht eine neue Strategie, das Produkt XY hat nicht die erwarteten Absatzzahlen, die Kunden sind unzufrieden mit Serviceleistung Z, es gibt Unzufriedenheit im Team etc.. Sicher hatten auch Sie bei Ihren letzten Workshops besondere Vorkommnisse, die es zu bearbeiten galt.
Nun erinnern Sie sich bitte, wie Sie sich dem Thema genähert haben. Haben Sie die zugrundeliegenden Probleme ausführlich diskutiert? Haben Sie die meiste Zeit mit der Lösungsfindung verbracht? Haben Sie überhaupt mit konkreten Fragestellungen diskutiert?

Mein Erfahrung zeigt klar folgenden Trend auf: Häufig wird ohne klare Fragestellungen diskutiert. Zugleich wird zu wenig Zeit für Lösungen und zu viel Zeit für Probleme verwendet. Manchmal entstehen große Listen von Problemen, bei denen man sich verabredet, diese noch tiefer zu analysieren.

Sie kennen sicher die alte Weisheit „Wir ernten was wir säen“. Und daher ist mein erster Tipp an Sie:

Fokussieren Sie sich in Workshops und Meetings auf Lösungen, anstatt auf Probleme

Viele „Analysten“ unter Ihnen werden sicher jetzt denken: „Das geht nicht, man muss die Ursache von Problemen erst kennen, bevor man die Lösung suchen kann.“ Ihnen mag ich folgende Erfahrung von mir anbieten: Bei direkter Lösungssuche werden die Probleme quasi „im vorbeigehen“ analysiert. Sie werden behandelt, aber der Fokus liegt auf der Lösung, und nicht auf dem Problem.

Wie können Sie die Fokussierung auf Lösungen umsetzen? In dem Sie klare Fragestellungen formulieren, die eine Lösung entstehen lassen. Ich habe die oben genannten Beispiele genommen und hier entsprechende Vorschläge für Sie. Adaptieren Sie diese einfach für Ihre konkreten Anliegen.

– Wie lautet eine neue Strategie, die uns erfolgreich werden lässt?
– Wie erhöhen wir den Absatz von Produkt XY?
– Wie optimieren wir die Kundenzufriedenheit? oder Wie verbessern wir Serviceleistung Z?
– Wie erhöhen wir die Zufriedenheit im Team?

Um den Erfolg des Prozesses möglich zu machen, ist es wichtig die Teilnehmer am Anfang darauf vorzubereiten. Das ist Sache des Moderators oder des Meetingverantwortlichen. Und für diese ist mein zweiter Tipp heute:

Nutzen Sie die ersten 5 Minuten des Workshops um die Teilnehmer auf den Lösungsmodus vorzubereiten

Das geschieht in den ersten Minuten des Workshops oder Meetings und Sie können es folgendermaßen tun:
– Erinnern Sie die Teilnehmer zu Beginn, dass die heutige Zeit kostbar ist („Sicher hätten Sie alle auch andere wichtige Dinge heute zu tun gehabt.“) und das man daher das Maximale aus der Zeit rausholen sollte.
– Sprechen Sie von Wir anstatt von Ich: Das ist eine Grundlage von verbindender Kommunikation und schwört die Gruppenmitglieder zu einer Gruppe mit einem Ziel zusammen.
– Zeigen Sie die einfach und klar formulierte Frage (siehe Tipp 1) und fragen Sie: „Stellen Sie sich vor wir würden das heute erreichen. Wäre das klasse?“
– Machen Sie den Teilnehmern Mut: „Ich bin mir sicher, wir können das schaffen.“
– Machen Sie die dafür notwendigen Rahmenbedingungen klar: „Damit wir das erreichen müssen wir Entscheidungen treffen. Dabei muss jeder auch mal Federn lassen. Eine 80%-gute Lösung hilft uns vermutlich viel. Stimmen Sie da zu?“
– Geben Sie ein motivierendes Startsignal: „Okay jetzt geht’s los!“ und moderieren Sie klar und straff fokussiert auf das Ziel hin.

Als Moderator von Workshops arbeite ich regelmäßig so und kann Ihnen versichern: es funktioniert.
Also, auf geht’s zum Lösungen finden ! Und viel Spaß dabei.

Beste Grüße und bis zum nächsten Mal ! Ihr
Hanno Poggemöller

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