Hilfe, mein Boss spielt wieder Bullshit-Bingo

Kurz, simpel und klar – so müssen Botschaften sein, wenn das Management einen Wandel im Unternehmen auslösen will. Denn sonst hört ja keiner zu. Das glauben Sie nicht? Hier ein paar häufige Fehler – und Tipps, mit denen Sie es besser machen.

Neulich bei einer Mitarbeiterversammlung: „Der globale Wettbewerb verlangt von uns ein Umdenken in unserer strategischen Positionierung …… Wir müssen für unsere Kunden kreativer Impulsgeber, lösungsorientierter und aktiv gestaltender Partner sein. Wir müssen mit unseren Leistungen und Produkten benchmarkfähig sein. Wir müssen unseren Kunden Lösungen verkaufen und keine Produkte. … Die Steigerung des Ebitda muss unser aller Ziel sein… “, so sprach der Geschäftsführer. Mein innerer Kommentar? „Oh mein Gott  …..“

Haben Sie das Gefühl ich könnte auf Ihrer Mitarbeiterversammlung gewesen sein? Ja? Dann ahnen sie vermutlich, warum ich solche Reden für vollkommene Zeitverschwendung, ja sogar für kontraproduktiv halte.

Es hat sich eingebürgert, dass Reden und Ansprachen von oberen Führungskräften viele komplex klingende, aber nichtssagende Begriffe beinhalten. Und das führt nach meiner Erfahrung dazu, dass das Ziel der Rede nicht erreicht wird. Stattdessen sollte es so sein, dass Mitarbeiter und Führungskräfte alles verstehen und eigene Handlungen daraus ableiten können.

So spielen Sie Bullshit-Bingo mit dem Chef

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Warum sind viele Reden so nichtssagend?

Erstens: Es gibt natürlich unter den Bullshit-Bingo-Wörtern auch klare Fachbegriffe, die im Detail jedoch nur wenige klar verstehen. Oder sind Sie sicher, dass all Ihre Kollegen „Ebitda“ oder „Due Diligence“ definieren können?

Zweitens: Durch die Verwendung von schlau klingenden Worten glaubt man kompetent und modern zu wirken. Ist das zielführend? Nein!

Drittens: Viele dieser Reden werden leider nicht von der Person geschrieben, die die Rede hält, sondern von Kommunikationsabteilungen oder anderen Beauftragten. Und diese müssen oftmals bestimmte Wording-Vorgaben aus den Strategiepapieren oder „Kommunikationsrichtlinien“ verwenden. So werden Texte unklarer und präzise Schärfe wird rausgebessert.

Viertens: Zu viele Leute sind daran beteiligt. Je mehr Leute bei einem Textdesign im Vorfeld mitsprechen dürfen, desto milchiger werden die Aussagen, da schlechterdings der kleinste gemeinsame Nenner gefunden wird. Und auch das geht zu Lasten der klaren Aussage.

Fünftens: Viele Manager und Kommunikationsabteilungen machen sich vor dem Verfassen der Rede nicht klar, was das genaue Ziel der Rede ist. Was soll nach dem Hören bei den Zuhörern anders sein? Was sollen Sie verstanden haben? Was sollen sie danach anderes tun?

Meine klare Aussage ist: Gestalten Sie Texte einfach. Mit den einfachsten Worten und einfachsten Abbildungen wie es eben geht. Beispiel gefällig?

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