Mitarbeiter aufrütteln – Jeder kann bewegende Reden halten

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Vorträge von Führungskräften vor Ihren Mitarbeitern gehören zum täglich Brot des Chef-Alltags. Doch nicht immer reißen diese Reden die Mitarbeiter vom sprichwörtlichen Hocker. Manchmal muss aber genau dies – im übertragenen Sinne – passieren.

In manchen Momenten muss man seinen Teams einfach den besonderen Kick geben. Besonders wichtig ist so etwas immer dann, wenn man einem Team oder einer ganzen Firma einen richtigen Ruck geben will. Zum Beispiel bei einer Strategieänderung oder dem Einschwören des Vertriebsteams auf das letzte Quartal des Jahres. Dann braucht es neben klaren Fakten auch emotionale Botschaften, die im Kopf und Bauch der Leute ankommen müssen.

Dafür müssen Sie, entgegen verbreiteter Annahmen, kein geborener Entertainer sein. Auch die stillen und leisen Vertreter der Führungszunft können Emotionen wecken.
Hier ein paar Tipps, wie Sie mit Ihren Reden Mitarbeiter bewegen können.

1. Was ist eigentlich genau meine Botschaft?
Das klingt ziemlich lapidar, nicht wahr? So simpel ist es in der Praxis allerdings nicht. Viele Vorträge enthalten zu viele Informationen, so dass sich der Zuhörer fragt „Was will er / sie mir eigentlich sagen?“.

Machen Sie sich deshalb vorher klar, was die Zuhörer Ihrer Rede anschließend im Kopf behalten sollen. Welche Aussagen sollen sie sich merken? Wenn Sie die auf ein bis drei Statements reduzieren können, ist das ausreichend. So haben Sie eine gute Ausgangsbasis, um Ihre Rede zu planen. Sie selber können dabei entscheiden, was für die Ansprache wichtig ist und was nicht. Denken Sie beim Planen immer daran: In der Kürze liegt die Würze und jedes Geschwafel verschleiert klare Botschaften.

2. Es geht nicht um perfekte Powerpoint-Slides
Ja, das ist die Wahrheit. Zu viel Zeit wird heutzutage auf das Aufhübschen von Slides verwendet. Verstehen Sie mich nicht falsch, die wichtigen Fakten und Botschaften gilt es klar zu notieren. Doch häufig wird der „Optik der Slides“ mehr Aufmerksamkeit gewidmet als dem „Wie und Was ich sage“. Eine guter Foliensatz kann sicherlich das Sahnehäubchen einer guten Rede sein. Eine schlechte Rede wird jedoch nie nur durch gute Folien brillant werden.

3. Achten Sie auf Körper und Stimme
Untersuchungen haben gezeigt, dass gesprochene Worte im Einklang mit Stimmlage, Gestik und Mimik stehen sollten, damit sie beim Adressaten hängen bleiben und eine Wirkung erzielen, Sie kennen dieses Phänomen bestimmt selbst. Stellen Sie sich vor jemand sagt: „Ich bin absolut begeistert von unserem neuen Produkt.“ Wenn diese Person dies mit einer Stimme und dem Gesichtsausdruck sagt, als ob sie die Seite 410 des Telefonbuches verliest, dann werden Sie der Person die Begeisterung nicht abnehmen.

Achten Sie daher darauf, wie Sie Dinge sagen! Sie müssen kein Entertainer sein. Aber die Stimmigkeit von Gestik, Stimme und Wort kann man üben. Am besten vor Personen außerhalb Ihres beruflichen Kontexts: Freunde, Ehepartner zum Beispiel. Die geben Ihnen hoffentlich sehr ehrliches Feedback.

Und der beste Garant dafür, dass Sie diese Komponenten in Einklang bekommen, ist Ihr eigener Glaube an Ihre Worte. Wenn Sie selber voll überzeugt von Ihren Aussagen sind, werden höchstwahrscheinlich auch Stimme, Worte und Gestik dazu passen.

4. Erzählen Sie etwas, was Sie persönlich betrifft
Persönliche Erlebnisse und persönliche Einschätzungen sind immer besondere Momente in guten Reden von Führungskräften. Denn dann steht der Redner wirklich als Mensch vor seinem Publikum. In diesem Moment verkörpert er nicht einfach die Funktion eines Chefs, der eine bestimmte Message rüberbringen muss. Nein, er wird zu einem „greifbaren“ Menschen, der eine ganz persönliche Meinung hat. Ich habe schon einige emotionale Momente in Reden erlebt, und fast immer waren diese Momente an persönliche Erlebnisse und Meinungen der Redner gekoppelt.

Sie haben erwachsene Menschen vor sich – also schonungslose Ehrlichkeit.
Gerade wenn es gilt einen Ruck zu vermitteln, ist nichts wirksamer als die absolute Ehrlichkeit. Mitarbeiter vertragen ehrliche Botschaften – ja sie sehnen sich danach. Weichgespülte Konzernkommunikation ist nicht hilfreich. Als Führungskraft können gerade Sie hier den Unterschied machen und klare Fakten und Situationen benennen. So rütteln Sie Mitarbeiter wirklich auf – und dann haben sie auch Vertrauen zu Ihnen.

Viel Spaß und viel Erfolg dabei!

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