So nehmen Sie das Ruder selbst in die Hand

Eine Firma braucht Veränderer, um in der schnellen Wirtschaftswelt zu überleben. Doch solche Leute sind selten. Vier Faktoren zeichnen sie aus.

In meiner Arbeit konnte ich mehrfach beobachten, dass sich Prioritäten und Projekte schneller ändern, als die Tinte trocken werden kann. Das kann für die Mitarbeiter ganz schön anstrengend sein. In diesem Wirbelsturm braucht es starke Führungskräfte. Gut, das ist nicht Neues. Die brauchte es schon immer. Aber in Zeiten der Hektik und Schnelligkeit braucht es vor allem Führungskräfte, die sich nicht vom Umfeld managen lassen sondern selbst das Ruder in die Hand nehmen. Vom Veränderten zum Veränderer werden. Das klingt wie ein einfaches Wortspiel, meint aber eine ganze Menge.

Veränderer können nämlich häufig entscheiden, welche der von außen herangetragenen Geschwindigkeiten sie mitgehen und welche nicht. Und ganz besonders: Welche Aspekte sie selbst anstoßen und verändern wollen, damit es dem Unternehmen insgesamt nützt. Solche Leute sind rar – aber es gibt sie. Gerade für komplexe und umfassende Veränderungsprozesse sind solche Personen kaum mit Gold aufzuwiegen.

Vielleicht haben Sie selbst solche Personen in Ihrer Firma? Oder sind Sie am Ende selbst eine davon? Herzlichen Glückwunsch – denn genau Sie braucht es. Und erkennen kann man einen Veränderer an den folgenden vier wichtigen Faktoren:

1) Klares Ziel

Das ist kalter Kaffee, jeder sollte Ziele haben. Aber mal ganz ehrlich: Wie viele Führungskräfte kennen Sie persönlich, die wirklich ein hundertprozentig klares Bild im Kopf haben, wie zum Beispiel die Abteilung am Ende des Jahres aussehen soll? Nur wer ein sehr klares Bild davon hat, kann das Team und den Bereich auch genau dort hin steuern. Über klare Ziele reden können viele – welche haben tun hingegen nur wenige.

2) Durchhaltevermögen

Everybody‘s darling sein zu wollen ist kein guter Antrieb für einen Veränderer. Denn Widerstände sind vorprogrammiert. Egal wie gut ein Konzept oder die Idee ist, egal wie viele Leute Ihnen am Anfang sagen, dass es „genau richtig ist“ – Widerstände treten immer auf. Und zwar meistens dann, wenn die Menschen verstehen, dass sich für sie nun tatsächlich etwas ändert. Da brauchen Sie Durchhaltevermögen und Überzeugungskraft.

3) Anerkennung

Führungskräfte, die etwas verändern wollen, benötigen Anerkennung. Es fällt einfach leichter, Anhänger für ein Veränderungsvorhaben zu finden, wenn man einen „guten Ruf“ hat oder dafür bekannt ist, dass einem die Dinge gelingen. Und den guten Ruf kann man nicht künstlich erfinden. Das muss sich über eine längere Zeit entwickeln. Es entsteht daraus, was andere Leute über einen reden, wenn man nicht im Raum ist. Also als Tipp: Einfach gute Arbeit machen.

4) Mut

Mut ist die Fähigkeit, Dinge zu tun und Entscheidungen zu treffen, obwohl einem dabei etwas mulmig ist und das Ergebnis nicht klar vorprogrammiert ist. Ein Beispiel: Sie wollen einen Mitarbeiter einstellen, der fachlich genial und anders ist, aber vielleicht nicht in Ihre Firmenkultur passen könnte. Wenn Sie die Risiken und Chancen abwägen und sich dann trotz gewissem Risiko dafür entscheiden: dann sind Sie mutig. Ob Sie recht behalten werden, wissen Sie erst nach einigen Wochen.

Firmen brauchen Veränderer. In turbulenten Zeiten braucht es sie als Fels in der Brandung, um nicht jeder Mode und Trend hinterherzulaufen und dann basierend auf eigenen Überzeugungen und zum Wohle der Firma effektives Change Management zu betreiben. Glück auf!

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